CFO-Services

Montag, 23. November 2009

Corporate Governance als Grundlage für Effizienzsteigerungen

Seit einiger Zeit wird das Thema Corporate Governance sowohl in der Presse als auch in Fachkreisen wieder heftigst diskutiert. Auslöser dafür sind vor allem internationale und nationale Bemühungen die Corporate Governance-Struktur zu verbessern. Zusätzlich zu ihrer großen gesellschaftlichen Bedeutung, stellt die Corporate Governance – durch eine optimale Ausgestaltung der Governance-Struktur – auch eine Grundlage für Prozessoptimierungen dar.

Corporate Governance steht als Oberbegriff für die Organisation der Unternehmensführung und –kontrolle und beinhaltet neben der Unternehmensverfassung auch nicht zwingende Regeln und Empfehlungen. Auf Basis der OECD-Grundsätze für Corporate Governance, die zu einer Richtschnur für Politiker, Investoren und Unternehmen in aller Welt geworden sind, wurde in Österreich ein Corporate Governance Kodex eingeführt. Dieser enthält in seiner aktuellen Version (Jänner 2009) 83 Regeln. Primäres Ziel des Corporate Governance Kodex ist es die Transparenz zu erhöhen und somit das Vertrauen der Investoren zu stärken. Durch die Neuerungen des URÄG 2008 soll der Corporate Governance sowie der Einhaltung der Corporate Governance Regeln künftig ein noch größeres Gewicht beigemessen werden.

Die Hauptziele der Corporate Governance sind die Gewährleistung von ordentlichen Entscheidungsfindungsprozessen und die Sicherstellung der Kontrolle, bei deren Erreichung Deloitte Unternehmen mit einer strukturierten Vorgehensweise unterstützen kann. Aufbauend auf dem zuvor ermittelten Ist–Zustand wird gemeinsam mit Vorstand und Aufsichtsrat eine für das Unternehmen optimierte Struktur entwickelt. Diese zielt insbesondere auf verbesserte Effizienz, Standardisierung, Unternehmenssteuerung und Überwachungssysteme ab. Als Ergebnis wird ein entsprechender Entwicklungs- und Maßnahmenplan definiert und gemeinsam mit den Organmitgliedern umgesetzt.

CorpGov1

Ein weit verbreitetes Tool, welches vor allem in den Phasen „Design“ und „Build“ zur Anwendung kommt, ist die „RACI-Matrix“. Mit Hilfe dieses Tools werden die Schlüsselprozesse und Entscheidungen identifiziert sowie die Personen, die darin involviert sind. Ziel der „RACI-Matrix“ ist es die Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten innerhalb der Organisation zu definieren und Klarheit bei den Beteiligten zu schaffen:

CorpGov2

Abschließend kann man sagen, dass Unternehmen mit einer funktionierenden Corporate Governance den Grundstein für nachfolgende Struktur- und Prozessoptimierungen legen und die Corporate Governance somit eine Möglichkeit zur Effizienzsteigerung bietet. Allein die Tatsache, dass der Begriff Corporate Governance oft in Zusammenhang mit Unternehmenskrisen genannt wird, ist ein deutliches Indiz dafür, dass sich Unternehmen um eine funktionierende Corporate Governance aktiv bemühen müssen.

Jasmin Schweinhammer Jasmin Schweinhammer
jschweinhammer (at) deloitte.at

Dienstag, 20. Oktober 2009

IKS und Risikomanagement aus Sicht des Unternehmensänderungsgesetzes (URÄG 2008)

Mehrere Bilanzskandale in den USA (z.B. Enron, WorldCom) und Europa (z.B. Parmalat, Ahold) gaben Anlass, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und der Abschlussprüfung in Frage zu stellen.

Youtube - The Effects of Enron Fraud

Aus diesem Grund wurden von der Europäischen Union die Abschlussprüfungsrichtlinie sowie die Änderungsrichtlinie zur Verbesserung der Transparenz in der Finanzberichterstattung herausgegeben. Diese mussten von allen EU-Mitgliedsstaaten bis Juni bzw. September 2008 in nationales Recht umgesetzt werden. Österreich tat dies unter anderem durch das URÄG 2008. Die Änderung ist seit 1. Juni 2008 in Kraft und für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2008 begonnen haben.

Ziel des URÄG ist es, die Rahmenbedingungen der finanziellen Berichterstattung von Unternehmen, die Unabhängigkeit und Verantwortung des Abschlussprüfers sowie die Überwachung der Unternehmensorgane weiter zu verbessern.
Dies soll durch folgende Maßnahmen erreicht werden:
• Ausweitung der Aufgaben für Aufsichtsorgane
• Stärkung der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer
• Neue Verpflichtungen für das Management
• Verwendung allgemein anerkannter, internationaler Prüfungsgrundsätze
• Ausbau der Grundprinzipien einer guten Unternehmensverfassung (Corporate Governance)

Für das Risikomanagement besonders relevant sind die Änderungen durch den § 92 Abs. 4a AktG bzw. § 30g Abs. 4a GmbHG. Dieser sieht die Bestellung eines Prüfungsausschusses für kapitalmarktorientierte Unternehmen und sehr große AGs und GmbHs vor. Aufgaben des Prüfungsausschusses sind im Wesentlichen die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und die Überwachung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie gegebenenfalls die Überwachung des internen Revisionssystem und des Risikomanagementsystems. Der Prüfungsausschuss kann seine Aufgaben jedoch nur wahrnehmen, wenn ihm die notwendigen Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung dafür ist die Implementierung eines funktionsfähigen und wirksamen IKS und die schriftliche Dokumentation dafür wesentlicher Elemente.

URÄG Aufgabenverteilung - Vorstand - Prüfungsausschuss - Abschlussprüfer

Des Weiteren sieht der neue § 243a Abs. 2 UGB (bzw. $ 267 Abs. 3b UGB für Konzernabschlüsse) vor, dass kapitalmarktorientierte Gesellschaften im Lagebericht die wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu beschreiben haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das URÄG den Themen IKS und Risikomanagement eine neue Aktualität verliehen hat. Insbesondere für größere Unternehmen besteht nun konkreter Handlungsbedarf, das IKS und das Risikomanagement weiter zu optimieren, um den Anforderungen des URÄG gerecht zu werden.



Martin von Malottke Martin von Malottke
mvmalottke at deloitte.at

Freitag, 4. September 2009

Open Source Planung & Budgetierung

Open Source Software scheint nun auch bei Unternehmen und im öffentlichen Sektor immer mehr an Bedeutung zu gewinnen (siehe z.B. MA 14 der Stadt Wien). Heise hat vergangenen Februar eine Studie zum Einsatz von Open Source Software bei Unternehmen durchgeführt.

Einsatzbereiche OS Software nach Unternehmensgröße


Obige Graphik zeigt sehr deutlich, dass bei innovativen Anwendungen kleinere Unternehmen führend sind.
Interessant ist sicherlich auch im Speziellen, welche Open-Source Lösungen es im Bereich der Planungs-und Budgetierungstools gibt.
Viele Tools (z.B. Suche auf Sourceforge.net) sind sicherlich nicht für den MultiUser-Gebrauch ausgerichtet bzw. bestehen aus einfachen Add-Ins und Templates für Excel und Open Office Calc.

Vielsprechender klingen folgende zwei Softwarelösungen:
Adaptive Planning bietet für kleine Unternehmen die vereinfachte Express Edition seiner Planungssoftware an. Interessant ist hier vor allem, dass die Software sowohl „on site“, d.h. als Installation auf den Firmenrechnern, als auch „on demand“, d.h. als Plug-In für den Internet Explorer, angeboten wird. Support bei der Einrichtung und Installation muss allerdings in Paketen zugekauft werden. Allgemeine Trainings sowohl für User als auch für Administratoren werden auf der Homepage gratis angeboten, „customized“ Training kann bei Bedarf gegen Bezahlung eingerichtet werden.

Die Palo BI Suite von Jedox bezeichnet sich selbst als die führende Open Source Lösung für Performance Management und OLAP-basierte Planung, Analyse und Reporting. Die Software besteht aus einem OLAP Server, einem Worksheet Server sowie einem ETL Tool, ist nach einer Registrierung einfach downloadbar, wirbt mit Netzwerkfähigkeit und verspricht als Excel Add-In eine einfache Benutzung.
Trainings und anderer Support müssen auch hier zugekauft werden. Sogar das Handbuch wird nur teilweise kostenlos zur Verfügung gestellt, wenn nicht zusätzliche Services bezogen werden.

Angela Holzhacker Angela Holzhacker
aholzhacker (at) deloitte.at

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