Wettbewerbsvorteile im Versicherungsgeschäft der Zukunft
Europäische Versicherungsunternehmen werden sich in den nächsten Jahren einer Vielzahl von Herausforderungen stellen müssen. Externe sowie branchen- und kundenspezifische Trends führen zu maßgeblichen Veränderungen in der Versicherungslandschaft. Die wesentlichen Einflussfaktoren auf das Versicherungsgeschäft in den kommenden Jahren lassen sich in fünf Kategorien zusammenfassen:

Der österreichische Markt für Standardversicherungen, besonders im Sachversicherungsbereich ist gesättigt. Das Wachstum der großen nationalen Versicherungsunternehmen basierte in den letzten Jahren zum Großteil auf Übernahmen und Greenfield-Projekten im Rahmen einer Expansionsstrategie in die weniger durchdrungenen zentral- und osteuropäischen Märkte.
Ein nachhaltiges organisches Wachstum im lokalen Retailmarkt lässt sich durch die Verdrängung von Mitbewerbern sowie das Angebot innovativer (Nischen-)Produkte erreichen. Wertvolle Wettbewerbsvorteile können durch die drei wesentlichen zukünftige Wachstumstreiber Innovation, Kundenmanagement/Vertriebsstruktur und Wertschöpfungsstrategie geschaffen werden.
Innovative Produktentwicklung eröffnet den Zugang zu margenstarken, nachfragegetriebenen Marktsegmenten. Grundlage ist die detaillierte Analyse aktueller und zukünftiger Trends. Dadurch wird sichergestellt, dass neue Kundengruppen angesprochen bzw. zunehmend in den Mittelpunkt rückende Kundenbedürfnisse (z.B. Altersvorsorge) bedient werden. Wesentliche Wachstumstreiber im österreichischen Versicherungsmarkt sind, neben strukturellen demografischen Veränderungen, die zunehmende Öffnung des Altersvorsorgemarktes sowie kommende Reformen in der Pflegeversorgung (steigende Bedeutung von (Zusatz-)Pflegeversicherungen).
Neben Innovationen nehmen Maßnahmen zur Kundenbindung sowie eine Anpassung von Vertriebsstruktur und Provisionsgestaltung einen wichtigen Stellenwert für den zukünftigen Erfolg im Versicherungsgeschäft ein. Damit wird auf den in den letzten Jahren zunehmenden Trend im Kundenverhalten hin zur Preissensitivität und hybridem Konsumverhalten reagiert. Bei der Auswahl der Standardprodukte steht der Preis im Mittelpunkt, d.h. der Kunde ist jederzeit bereit für günstigere Konditionen den Anbieter zu wechseln. Bei der individuellen Beratung hingegen ist der Kunde bereit, je nach Qualität des Beraters, auch Polizzen im höherpreisigen Segment zu erwerben.
Sinkende Kundenloyalität und die zunehmende Anzahl von Mitbewerbern führt zu einer stetig steigenden Wettbewerbsintensität im Retailsegment, welche es den Versicherungsgesellschaften erschwert, in diesem Bereich nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Die Generierung von Wettbewerbsvorteilen findet zukünftig in einem anderen Bereich, der Wertschöpfungsstrategie des jeweiligen Unternehmens statt.
Versicherungsgesellschaften im österreichischen Markt weisen eine im internationalen Vergleich hohe Wertschöpfungstiefe auf. Im Geschäftsbetrieb der Versicherungsunternehmen sind viele Funktionen, die nicht Kernkompetenzen sind, in die eigene Wertschöpfungskette integriert, was einer optimalen Nutzung von Kapital-, Personen- und Sachressourcen im Wege steht. Durch die Reduktion der eigenen Fertigungstiefe (aktuell bei 80-90% der erbrachten Dienstleistungen) können besonders bei Back-Office-Prozessen und im Bereich „Schaden“ wesentliche Kostenblöcke eingespart und oftmals auch Servicequalität und -geschwindigkeit verbessert werden. Nach sukzessiver Ausgliederung der verschiedenen Funktionen sollte sich das zukünftige Geschäftsmodell auf Produktentwicklung und Underwriting konzentrieren. Die dadurch geschaffene, optimierte Kostenstruktur führt zu maßgeblichen Wettbewerbsvorteilen. Generierte Einsparungen können beispielsweise an die Kunden weitergegeben werden, wobei, besonders im vorherrschenden preissensitiven Umfeld, der Marktanteil nachhaltig vergrößert werden kann.
Nach der ersten Industrialisierungwelle in den vergangenen Jahren mit Schwerpunkt Prozessstandardisierung und -zentralisierung ist es nun an der Zeit, die Outsourcingaktivitäten auf die Funktionsebene zu erweitern und die vorhandenen Kosteneinsparungspotentiale zu realisieren.
- Zunehmende Wettbewerbsintensität
- Verändertes Kundenverhalten
- Regulatorische Vorschriften
- Demografischer Wandel
- Reform der Sozialversicherungssysteme

Der österreichische Markt für Standardversicherungen, besonders im Sachversicherungsbereich ist gesättigt. Das Wachstum der großen nationalen Versicherungsunternehmen basierte in den letzten Jahren zum Großteil auf Übernahmen und Greenfield-Projekten im Rahmen einer Expansionsstrategie in die weniger durchdrungenen zentral- und osteuropäischen Märkte.
Ein nachhaltiges organisches Wachstum im lokalen Retailmarkt lässt sich durch die Verdrängung von Mitbewerbern sowie das Angebot innovativer (Nischen-)Produkte erreichen. Wertvolle Wettbewerbsvorteile können durch die drei wesentlichen zukünftige Wachstumstreiber Innovation, Kundenmanagement/Vertriebsstruktur und Wertschöpfungsstrategie geschaffen werden.
Innovative Produktentwicklung eröffnet den Zugang zu margenstarken, nachfragegetriebenen Marktsegmenten. Grundlage ist die detaillierte Analyse aktueller und zukünftiger Trends. Dadurch wird sichergestellt, dass neue Kundengruppen angesprochen bzw. zunehmend in den Mittelpunkt rückende Kundenbedürfnisse (z.B. Altersvorsorge) bedient werden. Wesentliche Wachstumstreiber im österreichischen Versicherungsmarkt sind, neben strukturellen demografischen Veränderungen, die zunehmende Öffnung des Altersvorsorgemarktes sowie kommende Reformen in der Pflegeversorgung (steigende Bedeutung von (Zusatz-)Pflegeversicherungen).
Neben Innovationen nehmen Maßnahmen zur Kundenbindung sowie eine Anpassung von Vertriebsstruktur und Provisionsgestaltung einen wichtigen Stellenwert für den zukünftigen Erfolg im Versicherungsgeschäft ein. Damit wird auf den in den letzten Jahren zunehmenden Trend im Kundenverhalten hin zur Preissensitivität und hybridem Konsumverhalten reagiert. Bei der Auswahl der Standardprodukte steht der Preis im Mittelpunkt, d.h. der Kunde ist jederzeit bereit für günstigere Konditionen den Anbieter zu wechseln. Bei der individuellen Beratung hingegen ist der Kunde bereit, je nach Qualität des Beraters, auch Polizzen im höherpreisigen Segment zu erwerben.
Sinkende Kundenloyalität und die zunehmende Anzahl von Mitbewerbern führt zu einer stetig steigenden Wettbewerbsintensität im Retailsegment, welche es den Versicherungsgesellschaften erschwert, in diesem Bereich nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Die Generierung von Wettbewerbsvorteilen findet zukünftig in einem anderen Bereich, der Wertschöpfungsstrategie des jeweiligen Unternehmens statt.
Versicherungsgesellschaften im österreichischen Markt weisen eine im internationalen Vergleich hohe Wertschöpfungstiefe auf. Im Geschäftsbetrieb der Versicherungsunternehmen sind viele Funktionen, die nicht Kernkompetenzen sind, in die eigene Wertschöpfungskette integriert, was einer optimalen Nutzung von Kapital-, Personen- und Sachressourcen im Wege steht. Durch die Reduktion der eigenen Fertigungstiefe (aktuell bei 80-90% der erbrachten Dienstleistungen) können besonders bei Back-Office-Prozessen und im Bereich „Schaden“ wesentliche Kostenblöcke eingespart und oftmals auch Servicequalität und -geschwindigkeit verbessert werden. Nach sukzessiver Ausgliederung der verschiedenen Funktionen sollte sich das zukünftige Geschäftsmodell auf Produktentwicklung und Underwriting konzentrieren. Die dadurch geschaffene, optimierte Kostenstruktur führt zu maßgeblichen Wettbewerbsvorteilen. Generierte Einsparungen können beispielsweise an die Kunden weitergegeben werden, wobei, besonders im vorherrschenden preissensitiven Umfeld, der Marktanteil nachhaltig vergrößert werden kann.
Nach der ersten Industrialisierungwelle in den vergangenen Jahren mit Schwerpunkt Prozessstandardisierung und -zentralisierung ist es nun an der Zeit, die Outsourcingaktivitäten auf die Funktionsebene zu erweitern und die vorhandenen Kosteneinsparungspotentiale zu realisieren.
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Jakob Rehermann |
deloitte - 27. Nov, 12:17