Montag, 28. Juni 2010

Mobile 2.0 + Web 2.0 = Mobile Web 2.0 ?

Der Begriff Web 2.0 tauchte erstmals 2003 im CIO Magazin auf und wurde durch den Internet-Vordenker Tim O'Reilly geprägt. Dieser beschreibt Web 2.0 als Wechsel der Anwendungsplattform weg vom Desktop-Computer hin zum Web. Um eine Desktop-Anwendung ausführen zu können, muss diese im Vorfeld installiert werden. Server-Dienste werden dabei lediglich zur Kommunikation und Datenspeicherung genutzt. Eine Web-Anwendung hingegen wird gehostet und am Endgerät über Browser abgerufen.

Bei Mobile Web 2.0 geht es darum, die Konzepte hinter Web 2.0 auf mobile Endgeräte (Restricted Devices) auszudehnen.

MobileWeb 2.0 tag cloud

Im Unterschied dazu beschreibt der Begriff Mobile 2.0 die Abstimmung der Mobiltelefon-Funktionen und -Dienste auf deren Benutzer. Hierbei handelt es sich um Anwendungen, die auf dem Endgerät installiert sind. Die Speicherung der durch Push-Server bezogenen Daten erfolgt dann lokal.

Fazit: Mobile 2.0 beschreibt folglich nicht unbedingt eine Veränderung im Bereich des Webs.

Der orts- und zeitunabhängige mobile Zugriff auf Geschäftsanwendungen wird immer wichtiger. Im Wesentlichen geht es heute um den Informationsaustausch zwischen mobilen Endgeräten und dem CRM- oder ERP-Backend, wobei der Trend auch im Projekt-Management in Richtung Mobilisierung geht.

Dabei sind viele Firmen damit konfrontiert, verschiedene mobile Endgeräte unterstützen zu müssen. Verkompliziert wird die Situation zusätzlich durch die Verlagerung der Funktionalität aus dem Web in Anwendungen, die ausschließlich auf einer Plattform (Microsoft, RIM, Apple, u.a.) laufen.

Bereits heute gibt es Web-Anwendungen, die von den für spezifische Plattformen entwickelten Anwendungen kaum zu unterscheiden sind. Das kommende HTML5 wird die Möglichkeit zur Nutzung endgerätespezifischer Funktionalitäten umfassen. Letztlich sind die Argumente, die für eine plattformspezifische Anwendung sprechen, jenen Argumenten die für eine Nutzung des mobilen Webs auf HTML-Basis sprechen gegenüberzustellen und gegeneinander abzuwägen.

Manfred Widhalm Manfred Widhalm
mwidhalm (at) deloitte.at

Montag, 14. Juni 2010

Optimierung des Reporting – Fit für Fast Close

Nach wie vor ist in vielen Unternehmen Excel-basierte Planung gängiger Standard. Den daraus generierten „Berichten“, so man sie so nennen darf, fehlt es oft an Aussagekraft, optischer Aufbereitung und an der Möglichkeit die Kennzahlen ausführlicher zu kommentieren. Ebenso ist die oftmals gewünschte Ergänzung monetärer Größen mit nicht-monetären Kennzahlen nicht möglich.

Wir unterstützen Unternehmen intensiv bei der Vorbereitung für die Umsetzung eines integrierten Planungs-, Reporting und Abschluss-Konsolidierungstoolsets zur Optimierung der Controlling- und Finanzprozesse.

Dabei wird grob wie folgt vorgegangen:
  • Erstanalyse der vorhandenen Daten (Bilanz, G&V, Monatsberichte)
  • Analyse der Finanzprozesse
  • Definition der Ist-Auslieferungszeit und Umfang benötigter Informationen
  • Aufzeigen der Lücken und Erarbeiten wesentlicher Stoßrichtungen für das Controlling-Design
  • Best Practice Interviews
  • Wertetreiber Identifikation und Treiber-Modellierung
Im Zuge der Internationalisierung verstärkte sich auch die Forderung nach einer deutlichen Verkürzung der Zeitspanne zwischen dem Bilanzstichtag und der Fertigstellung und Prüfung des Jahresabschlusses – das Stichwort „Fast Close“ tritt in den Raum. Neben dem Vorteil, so mit zeitnahen, aktuellen Daten aufwarten zu können, stellt dies das Unternehmen aber vor die Herausforderung seine Abschlüsse in relativer kurzer Zeit und damit mit knappen Ressourcen aufzustellen und dabei dennoch die Qualität und Verlässlichkeit der Daten gewährleisten zu können.

Die Herausforderungen eines Fast Close Abschlusses bestehen im Wesentlichen darin
  1. Die jeweiligen Stichtage entsprechend vorzuverlegen und deren Einhaltung zu gewährleisten
  2. Sämtliche Prozesse und innerbetriebliche Informationsflüsse durch Automatisierung entsprechend der reduzierten Zeitspanne zu verkürzen
  3. Zur Anwendung kommende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Kennzahlensysteme effizient zu gestalten
Zur Gestaltung und Optimierung der Abschlussprozesse unter Berücksichtigung von bankenerforderlichen Berichtsinformationen liefern wir den Unternehmen Fast Close Prozessvorschläge im Rahmen eines detaillierten Fachkonzeptes. Dieses hebt die Kernsteuerungsfaktoren im Berichtswesen hervor und determiniert den Detaillierungsgrad je Erfordernis der jeweiligen Berichtsebenen. Dabei werden segmentindividuelle Faktoren ebenso berücksichtigt wie länderspezifische Marktfaktoren. Um der Forderung nach nicht-monetären Kennzahlen nachzukommen werden Finanz- und operative Ergebniskennzahlen mit Steuerungsinformationen aus der Treiber-Modellierung (zB. W/C Analysen, Cash-Flow und operative Produktions- und Logistik Cockpits) ergänzt.

In den meisten Fällen gehört zu einer erfolgreichen Qualitätsverbesserung auch das erstmalige Implementieren oder Aufrüsten adäquater Planungs- und Reportingwerkzeuge. An dieser Stelle nehmen wir die Rolle eines neutralen Dritten ein, der sowohl vorweg die Softwareanforderungen definieren sowie auch die Implementierung des Tool-Paketes übernehmen kann.

Laura Wiesner Laura Wiesner
lwiesner (at) deloitte.at

Dienstag, 8. Juni 2010

COSO II - Der ERM-Ansatz

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich ausführlich COSO und den IKS-Ansatz beschrieben. Nun wollen wir COSO II und den ERM-Ansatz näher unter die Lupe nehmen.

COSO II (Enterprise Risk Management):

Unternehmensweites Risikomanagement (ERM) ist ein Prozess, der von allen Mitgliedern einer Organisation zur Strategiefestlegung angewendet wird. Er sollte die Ereignisse erkennen, die die Organisation beeinflussen und die Sicherheit bezüglich der Erreichung von Organisationszielen gewährleisten.

Die grundlegende Annahme des ERM ist, dass jede Organisation für spezifische Interessengruppen Werte schafft. Alle Organisationen sind dabei Unsicherheiten ausgesetzt und Führungskräfte sollten es als ihre Aufgabe sehen zu bestimmen wie viel Unsicherheit sie bei dieser Tätigkeit bereit sind zu akzeptieren.

Der COSO Ansatz des Enterprise Risk Managements (ERM) stellt eine Ergänzung des klassischen COSO Ansatzes des IKS dar. Der Schwerpunkt wird verstärkt auf den Bereich des allgemeinen, unternehmensweiten Risikomanagements gesetzt. Der Ansatz kann genutzt werden, um das IKS eines Unternehmens zu gestalten und hin zu einem umfassenderen Risikomanagementsystem zu entwickeln.

Dazu wurde der COSO I Würfel um 3 Ebenen (Zielfestsetzung, Ereignisidentifikation, Risikosteuerung) ergänzt.

COSO II - ERM-Ansatz

Im Rahmen der Zielfestlegung muss bedacht werden, dass das unternehmensweite Risikomanagement Teil eines Prozesses ist. Dieser Prozess soll Ziele setzten und sicherstellen, dass die gewählten Ziele die Mission einer Organisation unterstützen, damit übereinstimmen und der Risikoneigung gerecht werden.

Die Ereignisidentifikation bestimmt interne und externe Ereignisse, die das Erreichen der Ziele einer Organisation beeinflussen und unterteilt sie in Risiken und Chancen. Chancen gehen dann in die Strategiebildungs- oder Zielsetzungsprozesse der Führungskräfte ein.

Zur Risikosteuerung werden Instrumente von Führungskräften gewählt um Risiken zu Vermeiden, zu Vermindern, zu übertragen und zu übernehmen.

Das unternehmensweite Risikomanagement bietet bedeutende Vorteile für eine Organisation. Man muss allerdings auch bedenken, dass das ERM Einschränkungen unterliegt. Dazu zählen z.B. eine fehlerhafte menschliche Urteilsbildung in Entscheidungsprozessen, Störungen auf Grund menschlicher Irrtümer und Fehler und eine Vernachlässigung von Risikomanagemententscheidungen durch Führungskräfte.

Durch diese Einschränkungen wird verhindert, das Überwachungs- und Leitungsorgane sowie Führungskräfte vollständige Sicherheit bezüglich des Erreichens der Ziele der Organisation haben. Der Nutzen des ERM Ansatzes liegt aber vor allem darin, dass Risikoneigung und Strategie einander angepasst werden können, Überraschungen und Verluste im Geschäftsbetrieb durch eine ganzheitliche Sicht Großteils verhindert werden können, risikobezogene Entscheidungen verbessert und Chancen genutzt werden können.

Jasmin Schweinhammer Jasmin Schweinhammer
jschweinhammer (at) deloitte.at

Dienstag, 11. Mai 2010

Datensicherheit im Gesundheitswesen

Durch den vermehrten Einsatz von IT-Systemen und die Nutzung moderner Kommunikationsmethoden (Web-Applikationen) gewinnen die Themen Datenschutz und Datensicherheit immer mehr an Bedeutung.

Das Thema der Informationssicherheit spielt vor allem im Gesundheitswesen eine wesentliche Rolle. Im Rahmen der Anamnese und der medizinischen Behandlung von Patienten werden entsprechende patientenbezogene Daten aufgenommen und gespeichert. Da es sich hierbei um persönliche medizinische Daten handelt, ist deren Schutz im höchsten Maße zu gewährleisten.

Grundsätze der Datensicherheit sind:
  • Vertraulichkeit – Wer hat Zugang zu sensiblen Daten in den Systemen?
  • Integrität – Wer kann unbemerkt oder unbewusst Daten löschen, kopieren oder verändern?
  • Verfügbarkeit – Wer muss in der Lage sein, beispielsweise Bankdaten von Lieferanten zu ändern? Wer kann Zahlungsläufe starten?
Nachfolgende Fragen sollen die Bedeutsamkeit von Datensicherheit verdeutlichen:
  • Welche Konsequenzen hätte eine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Datenmanipulation von sensitiven Daten, wie Patienten oder Stammdaten, im Krankenhaus?
  • Wird jedem Mitarbeiter lediglich die Information zur Verfügung gestellt, welche er für seine tägliche Arbeit benötigt?
  • Wenn im Krankenhaus noch keine Datenmissbrauch festgestellt wurde, bedeutet es, dass wirklich keiner statt findet?
  • Welche Form von Missbrauch wäre möglich, wenn vertrauliche Daten in die Hände Dritter gelangen?
  • Entspricht das Unternehmen allen regulatorischen Anforderungen, wie Datenschutzgesetz, Risikomanagement und internen Kontrollsystem?
Im Zuge der Implementierung von administrativen und medizinischen Anwendungssystemen ist ein effektiver Zugriffs- und Datenschutz zu gewährleisten. Ein höherer Grad an Systemsicherheit sichert nicht nur transparente und effiziente Administrationsprozesse, sondern erhöht auch die Zuverlässigkeit und Arbeitsqualität von Mitarbeitern. Bei klinischen Prozessen ist eine entsprechend restriktive Rechtevergabe, sowie eine sichere Systemkonfiguration einschließlich einer nahtlosen Umsetzung unerlässlich.

Folgende Aspekte sind wesentliche Faktoren der IT-Systemsicherheit:
  • Kritische Berechtigungen
  • Systemparameter und allgemeine Zugriffssicherheit
  • Funktionstrennung (Segregation of Duties)
  • Sichere Administrationsprozesse und nachvollziehbare Dokumentation
Ein Schritt für mehr Datensicherheit ist die Implementierung und Umsetzung von restriktiven Berechtigungen. Sicherheit kann nicht im Versandhandel bestellt und eingekauft werden. Ein höheres Maß an Sicherheit kann nur durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Standards geschaffen und erreicht werden.

Ein ganz wesentliches Element für mehr Datensicherheit ist die Sensibilisierung hinsichtlich der Nutzung von Informationen und Daten. Die Prozesse und Verantwortlichkeiten in Gesundheitseinrichtungen sind klar und eindeutig zu regeln. Unterstützt kann dieser Schritt durch die Einführung einer systemgestützten Risiko- und Compliance-Management-Lösung werden.


Michael Doppelmeier Michael Doppelmeier
mdoppelmeier (at) deloitte.at

Mittwoch, 28. April 2010

CFO Stimmungsbarometer 2010: Licht am Horizont

Deloitte Consulting hat heuer zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit Business Circle unter den heimischen CFOs die Stimmung zur Lage der Wirtschaft und des eigenen Unternehmens abgefragt und im Wirtschaftsblatt bzw. im Rahmen des Wirtschaftsforums am 22.4.2010 vorgestellt.

Insgesamt 185 CFOs haben teilgenommen, etwa jeweils ein Drittel aus Unternehmen mit über 500Mio EUR, zwischen 100 und 500 und unter 100 Mio EUR Umsatz.

Unternehmensindikatoren. Umsatz, Investitionen, M&A, Personal, Krediverfügbarkeit

Auffallend dabei ist die insgesamt leicht positive Einschätzung der aktuellen Situation, die allerdings nach wie vor von investiver Zurückhaltung geprägt ist. Dies zeigt sich daran, dass fast genau so wenig Investitionen in den kommenden Monaten geplant sind wie vor einem Jahr. Der Appetit auf Firmenübernahmen (M&A) ist im Vergleich zum Vorjahr sogar noch deutlich gesunken, die langsame Erholung der Wirtschaft kann offenbar mit vorhandenen Kapazitäten bewerkstelligt werden.


Dies unterscheidet die österreichischen CFOs ganz deutlich von ihren UK Kollegen, bei denen bereits 80% in einer aktuellen Deloitte Studie (Link zur Studie) davon ausgehen, dass in den kommenden 12 Monaten eine deutliche Zunahme der M&A Aktivitäten erfolgen wird und bei denen auch in größerem Umfang Investitionen geplant sind.

Talsohle beim Personal erreicht?

Während in anderen Bereichen des Unternehmens auch 2010 Einsparungspotenziale gesucht werden (an 1. Stelle steht dabei der Einkauf gefolgt von der Organisation und der Verwaltung), ist die Bedeutung des Personals im Hinblick auf Einsparpotenziale deutlich im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Einsparungspotentiale


5 Top Themen der CFOs

Gegenüber dem letzten Jahr fast unverändert, bleiben die Top 5 Themen der CFOs fokussiert auf Substanzerhaltung und –absicherung. Einzig das Talent Management hat es 2010 als Neueinsteiger in die Liste der Top 5 CFO Themen geschafft.

Top 5 Themen

Die gesamte Studie herunterladen

Georg Krause Dr. Georg Krause
gkrause (at) deloitte.at

Freitag, 16. April 2010

Drei Social Media Monitoring Tools im Vergleich

Ich habe ja schon frühe über Organisationen, die professionelles Social Media Monitoring betreiben, berichtet. (siehe B.I.G. Webscreening für Enterprise 2.0 und Die Gestaltung des virtuellen Raums). Diesmal möchte ich Tools zeigen, die man für Social Media Monitoring kostenfrei sozusagen "in Eigeninitiative" nutzen kann. Da Monitoring von Social Media bzw. Web2.0 oder Enterprise2.0 Aktivitäten immer wichtiger wird, gibt es ständig Neuerungen und neue Tools dazu. Es gibt zahlreiche Blogs und Beiträge die viele nützliche Seiten diskutieren (z.B. Roundup: Social Media Monitoring Tools oder http://www.social-media-monitoring.org/).

Ich habe mir dieser Stelle einfach drei Tools angesehen, die vielversprechend wirken. Natürlich sind die Ergebnisse bzw. die Qualität der Reports, die man damit erzielt nicht mit durch Profis durchgeführte und Kommentierte Analysen zu vergleichen, trotzdem ist es interessant, die Dinge einfach mal auszuprobieren.

http://www.ubervu.com/

ubervu

Die Site bietet nach Eingabe eines Suchwortes oder Namen schön aufbereitete grafische Analysen und Auszüge aus Postings. Sentiment-Analysen (also Aussagen darüber ob das Suchwort in den Postings Positiv oder Negativ besetzt ist), leidernur für zahlende Benutzer. Nach der Eingabe ein paar Österreichischen Firmennamen wird auf ubervu.com sehr schnell klar, dass die Ergebnisse hier nur sehr eingeschränkt nutzbar sind, weil tatsächlich nur wenige Namen gefunden werden (immerhin, sind für österreichische Konzerne überhaupt ein paar Einträge gefunden worden).

http://socialmention.com

socialmention

Socialmention.com präsentiert nach Eingabe eines Suchwortes auf der Linken Seite Übersichtliche Auswertungen der Stärke, Sentiment-Analyse, Passion, Reichweite, Top Schlagwörter die damit assoziiert werden, Quellen, etc. Den Hauptteil der Seite nimmt die Darstellung von den gefundenen Beiträgen ein. Eine zeitliche Analyse wie auf ubervu.com gibt es nicht. Dafür kann man aber alle Funktionen gratis und ohne Registrierung nutzen. Socialmention.com scheint für österreichische Firmennamen besser geeignet zu sein, wobei in vielen Fällen auch Inhalte, die nicht direkt mit dem gesuchten Unternehmen in Verbindung stehen, präsentiert werden.


http://www.trackur.com

trackur

Trackur.com wartet nach Registrierung ebenfalls mit der Mögichkeit auf, nach Stichwörtern oder Namen zu suchen. Die Eingabe von österr. Firmennamen hat durchaus brauchbar wirkende Ergebnisse gezeigt. Trackup bietet, außer einer kleinen Anzeige der Anzahl der gefundenen Artikel über die Zeit, keine grafische Auswertung, sondern präsentiert eine Liste von gefundenen Postings als Ergebnis. Die Stärke von Trackur sind eine Menge an Filtermöglichkeiten, die die anderen beiden Plattformen nicht geboten haben. Eine Sentiment-Analyse ist nur manuell durch das markieren der Beitrage möglich und kann nicht automatisch durchgeführt werden.


Fazit

Die drei Plattformen bieten unterschiedliche Ansätze (von einer kompletten grafischen Aufbereitung bei ubervu.com zu einer reinen Ergebnisliste bei trackur.com) . Alle drei Plattformen bieten die Möglichkeit Social Web Monitoring in einfacher Form zu betreiben, wobei die Möglichkeiten von auf bestimmte Themen spezialisierte Portalen wie z.B. Ecoresearch oder professionell (und teuer) aufbereiteter spezifischer Reports weit zurückbleiben. Außerdem sind die Analysemöglichkeiten für Unternehmen, die nicht gut durch US fokussierten Social Media Quellen der Plattformen erfasst sind, ebenfalls etwas eingeschränkt. Trotzdem stellen die vorgestellten Seiten interessante, einfache und schnelle Informationsquellen zur Beurteilung der eigenen Social Web Aktivitäten dar, und zeigen welche Möglichkeiten Social Web Monitoring prinzipiell zu bieten hat.


Andreas Pinterits Andreas Pinterits
apinterits (at) deloitte.at

Freitag, 2. April 2010

Shared Services & Financial Shared Services (SSC / FSSC)

Durch die Internationalisierung österreichischer Betriebe in den vergangenen Jahren, welche durch eine starke Wachstumsentwicklung geprägt war, haben sich die Fragen von Internationalisierten Shared Service Strukturen immer stärker ergeben. Die nunmehr seit der Krise entstandenen Optimierungsbedarfe vieler Unternehmensgruppen fokussieren sich demnach wieder vermehrt der Optimierung von Querschnittfunktionen über Entity und Ländergrenzen hinweg. Grundsätzlich kann hier festgestellt werden, dass ein wesentlicher Treiber die Behandlung von integrierten Geschäftsprozessen länder- und Unternehmensübergreifend in harmonisierten IT-Supportstrukturen ist. Die Entwicklungen von funktion- und bereichsübergreifenden "Business Engineer" Mitarbeiter, welche eine kontinuierliche Optimierung aller Geschäftsprozesse im Fokus haben, geht als "beratende Instanz" der operativen Geschäftsfeldverantwortlichen hier stark einher.

Die folgende Ausführung gibt eine grobe Übersicht von Ausprägungsmöglichkeiten in diesem Bereich.

Grundsätzlich finden sich international folgende generische Ausrichtungen von Shared Services Strukturen (und Mischformen) in Konzernen:
  • funktionale
  • prozessuale
  • geschäftsbereichorientierte
  • geografische
Bei einer Shared-Services-Organisation werden mehrere unterschiedliche Shared Service Center einheitlich „unter einem Dach“ organisiert. Im Gegensatz dazu findet man auch Shared Service Center als individuelle Einheiten im Konzern oder entsprechende vermischte Strukturen mit beiden Ansätzen.

Funktional
Eine rein funktionale Organisation bedeutet, dass neben einem FSSC (Rechnungswesen) auch Shared Services für Human Ressource (HR), Procurement oder der IT in der Organisation je operativer Business Unit verankert sind. In dem Business Unit Shared Service Centern werden alle Konzerngesellschaften, die dieser zugehörig sind lediglich in einer Funktion z. B. dem Rechnungswesen betreut, somit als Matrix unter eine Fach-Verantwortung gestellt, welche die funktionalen Einheiten je Business Unit führen und die gewünschte Standardisierung zum Ziel hat.
Bei der funktionalen Ausrichtung besteht die Gefahr, dass der Dienstleistungsgedanke oder die Prozessorientierung nicht vollständig bei den Mitarbeitern und Kunden im FSSC akzeptiert werden. Trotz der Bündelung von Aufgaben agieren rein auf den Tellerrand bezogene „Fürstentümer“ im Konzern anstatt unternehmerisch denkende Partner.

Prozessual
Ein Shared Service Center kann einen Prozess oder mehrere ausführen. Die Praxis spricht hier von monoprozessualen (ein Prozess) oder multiprozessualen (mehrere Prozesse) Service Centern. In diesen Fällen werden industriell zusammenfassbare Funktionen (z.B. der gesamte Kreditorenprozess oder alle Personalverwaltungs- und Abrechnungsprozesse) in einem Business Unit übergreifenden Shared Service zusammengefasst, um Economy of Scale Vorteile zu erreichen, die verbleibenden funktionalen Gruppen in den Business Units werden in der jeweiligen Geschäftseinheit individuell betrieben bzw. können z.B. funktional wieder gebündelt werden (Mischung aus funktionaler in den BU geführten Struktur mit industrialisierbaren zusammengefassten prozessualen Clustern).

Nach Geschäftsbereichen
Bei dieser Ausrichtung werden nur Konzerngesellschaften eines bestimmten Geschäftsbereichs betreut. Es entstehen funktionale oder prozessuale Shared Services je Geschäftsbereich (BU). In der Praxis findet sich dieser Ansatz sehr häufig bei internationalen Konzernen mit unterschiedlichen Geschäftssegmenten bzw. Geschäftsmodellen, weil z.B. ein Geschäftsbereichsleiter die Vorteile einer eigenen Shared Service Struktur erkannt hat oder die Geschäftsbereich Operatingmodelle sehr unterschiedlich voneinander sind und daher getrennte Shared Services Strukturen sich entwickelt haben.

Nach Geografischen Gesichtspunkten
Neben prozesstechnischen Fragen sind für die geografische Ausrichtung insbesondere sprachliche, rechtliche und kulturelle Aspekte Gründe für eine Organisationsbildung.

Vom lokalen Ansatz spricht die Praxis wenn bei internationalen Konzernen Shared Services je Land bzw. je Niederlassung ausgeprägt sind. Der regionale Ansatz hingegen bündelt Aktivitäten für eine ganze Region zu einem für diese Region zuständigen Shared Service, z.B. Bündelung der Länder Norwegen, Schweden Finnland zur Region NORDIC oder Bündelung verschiedener Länder zur Region EMEA (Europe Middle-East Afrika). Die Ausprägungen können wieder prozessual und/oder funktional gestaltet sein.

Eine weitere Alternative zur geografischen Strukturierung ist der globale Ansatz, d.h. alle Shared Service Aktivitäten zu einem bestimmten Prozess oder einer Funktion werden für alle Konzerngesellschaften weltweit durch ein Shared Service Center abgewickelt.

Gegenüber dem lokalen Ansatz stellt sich beim globalen Ansatz die größere Herausforderung darin rechtliche und kulturelle Fragestellungen zu lösen. Doch die Intention wird damit begründet, dass ein internationales Shared-Service Center an einem optimalen Standort mit Best-Practise Prozessen am effizientesten und kostengünstigsten arbeiten kann. Investitionen können sich schneller amortisieren, da die zu realisierende kritische Masse (Bündelung des Transaktionsvolumens) höher ist.

Nicht alle Geschäftsprozesse lassen sich wegen rechtlicher Besonderheiten oder spezifischen Know-how transferieren. Wenn der Anteil der Aktivitäten am Gesamtprozess, die global durchgeführt werden können, im Verhältnis zu den lokalen/regionalen Aktivitäten unter einen gewissen Prozentsatz sinkt, dann ist dies aufgrund des Organisations- bzw. Koordinationsaufwands nicht mehr sinnvoll.

Zusammenfassung und Ausblick
Beispiele vieler Unternehmensgruppen zeigen, dass Shared Services bei vielen Konzern-Organisationen zunehmend als rechtlich selbständige Organisationseinheiten, jedenfalls aber als zusammengefasste Corporate Center zur Leistungserstellung eingerichtet werden. In vielen Unternehmen wird den funktionalen oder Entity bzw. Landes-Grenzen von Shared Services entgegengesteuert und es entstehen Business Services mit mehreren Funktionen (HR, Rechnungswesen, etc.).

Externe Leistungsbezüge von Dritten sind grundsätzlich denkbar, jedoch werden die Nachteile der Externalisierung wie Datenvertraulichkeit, unternehmensfremde Standardisierung und der Abstimmungsbedarf als im Regelfall komplizierend angesehen, dass von externer Leistungserstellung/- oder Angebot insbesondere im Bereich von Financial Shared Service Funktionen im Regelfall abgesehen wird, somit konzernfremde Dienstleistungen eher noch die Ausnahme als die Regel sind.

Die organisatorische Trennung zwischen themenbezogenen Shared Services (F&A, HR, IT, Billing) wird in Konzernorganisationen tendenziell von einer Corporate Shared Service-Plattform abgelöst, um neben den größeren Skaleneffekten weitere Synergien und Beratungs- bzw. Betreuungs-Potentiale für die Business Units zu realisieren.

In diesem Zusammenhang entstehen auch vermehrt Konstellationen, in welchen ein "Landes- oder Region Managing Director" nicht mehr einem Geschäftsbereich berichtet sondern als "Host" der kaufmännischen Funktionen agiert, dem die lokalen oder regionalen kaufmännischen Funktionen berichten, welcher wiederum den Shared Service Gruppen-Funktionsverantwortlichen in der CFO-Organisation unterstellt wird. Diese Auflösung von Entity und Länderbezogenen Strukturen kann als Megatrend grundsätzlich bezeichnet werden.

Der funktionalen Logik folgend, müsste ein SSC an den Chief Financial Officer (CFO) berichten. Bei mehreren parallel laufenden funktionalen Shared Services im Konzern (HR, IT, etc...) können sich jedoch Einschränkungen ergeben und Synergieeffekte ungenutzt bleiben.
Der augenscheinliche Vorteil im Fall eines SCC für einen kaufmännischen Querschnittsbereich ist eine qualitativ bessere Führung durch den CFO. Um Synergiepotenziale, Schnittstellenprobleme und Koordinationsmängel zwischen den verschiedenen funktionalen Shared Service zu vermeiden, bietet es sich an, dass die leistungsempfangenden Geschäftssegmente nicht mit unterschiedlichen Ansprechpartner beliebig viele SLAs ausarbeiten, sondern eine zentrale Leitungsfunktion für alle Shared-Services-Berichtslinien eingerichtet wird.

Hier setzen die organisatorischen Ansätze von Shared Services der nächsten Generation an.

Eine zentrale konzernweite Leitungsfunktion für Shared Services der nächsten Generation ist das Kernelement einer möglichen Weiterentwicklung. Allerdings müssen die Herausforderungen der Machtkonstellationen auf Konzernebene zunächst gemeistert werden.
In diesem Fall wird das Idealmodell „Stand Alone“ im Konzern organisatorisch als Corporate Shared Services Plattform umgesetzt. Unter dem Chief Shared Services Officer (CSSO) laufen alle Berichtslinien zusammen.

Bei einem „reinen“ Management durch die funktionalen Verantwortlichen (CFO,…) besteht die Gefahr, dass das divisionales Denken erhalten bleibt und Synergien nicht genutzt werden. Wichtig für diese Lösung ist der Support und das Consulting der Funktionsbereiche mit spezifischem Expertenwissen um die Bedarfe der Business Units.

Fazit
Grundsätzlich gibt es in diesen Fragen kein richtig oder falsch, die individuelle Historie und Strategische Ausrichtung eines Unternehmens ist die Grundlage für jede Entscheidung in diese Richtung. Wesentlich ist immer die Frage zu klären, ob durch die Entity- und/oder Länderübergreifende Zusammenfassung eine Economy of Scale und eine Standardisierung bzw. Prozessoptimierende Synergieeffekte auch für die operativen Business Units erzielt werden kann. Wenn - und es gibt kaum einen Fall, in dem dies mit Nein beantwortet werden kann - dies der Fall ist, kann betriebswirtschaftlich keine Unternehmensgruppe an einer geeigneten Shared Service Organisationsstruktur vorbei gehen.

Stephan Dorfmeister Stephan Dorfmeister
sdorfmeister (at) deloitte.at

Freitag, 26. März 2010

Statistik - eine Pflichtübung!

Wohl jeder von uns wird in irgendeiner Form schon einmal mit Statistik zu tun gehabt haben. Viele werden auch während des Studiums nicht um einige Semester-Wochenstunden Statistik herumgekommen sein. Wenn ich mich jedoch daran zurückerinnere waren dies für die meisten langweilige, obligatorische Pflichtveranstaltungen.

Fact ist jedoch, dass wir in unserem Beruf ständig mit Zahlen und damit auch mit statistischen Auswertungen zu tun haben, die Ergebnisse untermauern sollen und als Entscheidungsgrundlage dienen sollen. Um Churchill wieder einmal als Beispiel zu nehmen („Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe“ – dieses Zitat ist übrigens nicht belegt), ist es umso wichtiger, dass sich einerseits derjenige, die der Zahlen aufbereitet, als auch jeder, der diese Auswertung dann in weiterer Folge verwendet, bewusst ist, was hinter den verwendeten Methoden steckt und wo es Einschränkungen gibt.

Wie in so vielen Dingen des Lebens bietet auch hier das Internet Abhilfe.

Mein absoluter Favorit hier ist Mathe-Online, eine Plattform, auf der alle möglichen Lernhilfen zum Thema Mathematik angeboten werden. Unter den Clips befindet sich eine Animation zu Mittelwert und Standardabweichung , zwei Konzepte, die nun mal wirklich jeder verstehen sollte.

Für alle, die mit den Basiskonzepten bereits vertraut sind und Unterlagen zu höheren Methoden suchen, können z.B. Statsoft zu Rate ziehen. Hier werden neben den Basics auch Dinge wie Clusteranalysen, Linearer Regression, Textmining etc. ausführlich erklärt. Eine weitere Seite zu ansprechend gestalteten Statistikwissen ist Stat Trek, wo sich sowohl Tutorials zu Wahrscheinlichkeitsrechnung und statistischen Methoden als auch Anleitungen zu Umfragen für Studien findet.

Auch das richtige Werkzeug will gewählt sein. Oben genanntes Mathe Online bietet einige kleinere Rechner (unter anderem auch ein online Mathematica). Auch Stat Trek bietet Tools wie z.B. einen Zufallszahlengenerator. Excel ist wahrscheinlich das am weitesten genutzte Tool, jedoch gerät man hier bald an seine Grenzen (Schon einmal versucht mit einer hypergeometrischen Verteilung in Excel zu rechnen?). Der Klassiker unter den Open-Source Alternativen ist sicherlich R. Sollte jemand ein ansprechenderes User Interface (das ist aber auch der einzige Minuspunkt meiner Meinung)benötigen, gibt es noch jede Menge andere Statistiksoftware .

Ach ja, und für alle die sich zwischendurch mal weiterbilden möchten, gibt’s auch auf Youtube entsprechende Lectures .


Angela Holzhacker Angela Holzhacker
aholzhacker (at) deloitte.at

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